Der Schlaf erfüllt viele wichtige Funktionen für unseren Körper. Wenn der Schlaf gestört ist, führt dies unweigerlich zu sehr vielen geistigen wie körperlichen Problemen. Es kommt zu gesteigerter Tagesschläfrigkeit, Unkonzentriertheit, Antriebslosigkeit, Depressionen, Übergewicht, einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten und Bluthochdruck und auch Diabetes und Übergewicht sind möglich.

Wir unterscheiden zwischen Schlafstörungen, die organischer Natur sind, zum Beispiel durch starkes Schnarchen oder nächtliche Atempausen (Schlafapnoe) bedingt sind oder durch unruhige Beine (Restless-Legs-Syndrom) und Schlafstörungen, die eher eine geistig – seelische Ursache haben.

Die Schlafstörungen, welche organischer Ursache sind, haben häufig mit Übergewicht zu tun. Auch das Schnarchen nimmt bei Übergewicht zu. Das Schlafapnoesyndrom und Schnarchen kommt aber auch bei schlanken Menschen vor.

Ein klassisches Beispiel für eine organische Schlafstörungen ist das sogenannte Schlafapnoesyndrom

Hier kommt es zu Aussetzern der Atmung im Schlaf. Als Ursache besteht meist eine Erschlaffung der Muskulatur des Körpers in der Nacht. Grundsätzlich hat die Natur dies gut eingerichtet, damit wir am nächsten Morgen entspannt aufwachen und keine Rückenschmerzen haben.

Im Hals bzw. im Schlund-Bereich, ist die Erschlaffung der Muskulatur aber ungünstig, da nur durch die Spannung der Halsmuskeln der Atemweg und die Halsweichteile gestützt werden. Erschlafft die Muskulatur etwas, so führt dies durch den Luftstrom des Atems dazu, dass die Halsweichteile in Schwingung geraten und Schnarch-Geräusche entstehen.

Erschlafft die Muskulatur stärker, rutschen Halsweichteile komplett zurück und blockieren den Atemweg. Nun kann kein Sauerstoff ins Blut gelangen, da die Atmung blockiert ist. Sauerstoff ist allerdings so etwas wie das Benzin für unseren Körper.

Wird uns dies abgedreht, bekommt unser Körper Stress, und produziert Stresshormone wie zum Beispiel Adrenalin. Adrenalin führt nicht nur zu hohem Blutdruck, einem ungünstigen Stoffwechsel in der Nacht, Blutzuckererhöhung und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte, sondern auch direkt zu Weckreaktionen.

Unser Körper wird wach, die Muskulatur im Halsbereich bekommt wieder Spannung und wir können wieder durchatmen. Dieses passiert für die meisten Menschen unbewusst.

Häufig bemerkt jedoch der Partner die Aussetzer oder das Schnarchen

Leider führt das häufige nächtliche Erwachen im Rahmen von Schnarchen und Schlafapnoe dazu, dass wir aus unserem Schlafrhythmus gerissen werden.  

Menschen, die gesund schlafen, durchlaufen einen regelmäßigen Schlafrhythmus, wo sich stets Leichtschlaf,- Tiefschlaf und Traumschlafphasen aneinanderreihen. Werden wir durch die Weckreaktionen aus diesem Rhythmus herausgeholt, so kommt es phasenweise während unseres Schlafes nur zu einer oberflächlichen Schlaftiefe, die dann nicht dazu führt, dass wir am nächsten Morgen erquickt sind.

Tiefschlafphasen sind besonders wichtig für die körperliche Erholung, Traumschlafphasen sehr wichtig für die geistige Erholung. Wenn bei ihnen Symptome wie gesteigerte Tagesschläfrigkeit, Unkonzentriertheit, Antriebslosigkeit, Sodbrennen, Potenzprobleme, gehäuftes nächtliches Wasserlassen, und morgendliche Kopfschmerzen bestehen, dann sollte dringend geprüft werden ob bei ihnen ein Schlafapnoesyndrom oder starkes Schnarchen mit Weckreaktionen vorliegt.

Wenn bei Ihnen bereits Herzerkrankungen wie eine koronare Herzerkrankung oder Herzrhythmusstörungen wie zum Beispiel Vorhofflimmern vorliegen, sollte ist dies ein weiterer Grund sein, den Schlaf zu untersuchen, da diese Probleme häufig durch ein Schlafapnoesyndrom verschlechtert werden können oder sich dann äußerst schwierig beheben lassen.

Die einfachste Möglichkeit ihren Schlaf zu untersuchen wäre ein Schlafscreening, die sogenannte Polygraphie. Hier geben wir Ihnen einen kleinen Mini Computer mit nach Hause in ihr Bett.

Dieser ist auf einem Brustgurt befestigt und hat mehrere Messfühler, welche die nächtliche Sauerstoff Versorgung, die Bewegungen ihrer Beine, regelmäßiges Luftholen/Atmen, und auch ihre Körperposition sowie die Frequenz und Lautstärke Ihres Schnarchens überprüft.

Wenn sich dann in der Polygraphie bzw. im Schlafscreening mehr als zehn Atem-Aussetzer pro Stunde zeigen, besteht der Verdacht auf ein relevantes Schlafapnoesyndrom und weiterführende Diagnostik in Form einer Polysomnografie schließt sich an. Hier wird zusätzlich die Schlafarchitektur untersucht d. h. durch Ableitung der Hirnströme genau geschaut, ob ausreichend Tiefschlafphasen und Traumschlafphasen vorhanden sind.

Sollte sich ein Schlafapnoesyndrom zeigen, ist eine Behandlung angezeigt. Wenn die Schlafapnoe beispielsweise nur in Rückenlage vorhanden ist, wäre eine Rückenlage-Vermeidung eine geeignete Behandlungsoption für die Schlafapnoe. Finden sich die Schlafapnoe in allen Körperpositionen, wären andere Therapiemöglichkeiten nötig.

Die erfolgreichste Behandlungsmethode der Schlafapnoe ist die sogenannte PAP- Therapie

Hier wird über eine kleine Maske etwas Luftdruck auf das abgeschaffte Muskelsystem des oberen Atemweg-Bereiches appliziert, was dazu führt, dass die Halsweichteile nicht mehr nach hinten rutschen und der Atemweg über Nacht stets geöffnet bleibt.

Man sieht schon nach einer Nacht in der Regel eine Normalisierung des Schlafes. Dies ist dann für den Betroffenen auch sofort spürbar. In den letzten Jahren haben sich die vielen technischen Entwicklungen an Geräten und Masken so positiv auswirkt, dass die meisten Leute heutzutage diese PAP- Therapie der Schlafapnoe sehr gut akzeptieren. Meistens wird die PAP-Therapie in einem Schlaflabor eingeleitet.

Heutzutage ist es aber auch möglich, dies bei Ihnen zu Hause umzusetzen. Die hierfür nötige Technik ist in unserer Praxis vorhanden. Zusätzlich arbeiten wir eng mit den besten Geräte-Versorgern zusammen, was Ihnen eine optimale Versorgung garantiert.  

Nur selten sind Alternativtherapien erforderlich, über die wir sie hier dann gründlich informieren können. Operative Behandlungsmöglichkeiten der Schlafapnoe sind in der Regel nicht erfolgreich.

Maßnahmen der Schlafhygiene, wie zum Beispiel der Verzicht auf abendlichen Alkohol oder schwere Mahlzeiten und Gewichtsreduktion tragen ebenfalls erfolgreich zur Besserung der Müdigkeit bei.

Sollte sich im Verlauf der Diagnostik herausstellen, dass ihre Schlafstörung nicht organischer Natur ist, wird ein komplett anderer Weg eingeschlagen. Dieser wird in einem gesonderten Unterkapitel namens Insomnie/Schlaflosigkeit genauer beschrieben.

Das Schlafapnoesyndrom ist häufiger als Diabetes und es ist auch von erheblicher sozialwirtschaftlicher Bedeutung. Es ist zum Beispiel die häufigste Ursache für schwere Verkehrsunfälle in Deutschland, weil es so müde machen kann, dass die Betroffenen selbst beim Fahren einschlafen.